Wenn du eine freie Partie in Anno 117: Pax Romana startest, findest du dich als römischer Praetor mit einem Kontor/Lagerpunkt auf einer Insel wieder, von dem aus sich alles entwickeln wird. Du brauchst zuerst ein solides Verständnis davon, wie Waren produziert, gelagert und transportiert werden, und wie Bevölkerung, Bedürfnisbefriedigung und Wirtschaft zusammenhängen.
Zu Beginn ist es sinnvoll, eine leichte Provinz wie Latium zu wählen, da sie ebenere, fruchtbare Gebiete bietet und dir als Anfänger mehr Raum und weniger Einschränkungen gibt. Latium ist besonders geeignet, weil es dir erlaubt, ohne komplexe Geländeprobleme die Grundlagen der Stadtplanung zu erlernen.
Direkt nach dem Start schaust du dir am besten die Umgebung genauer an: Wo liegen Wälder, fruchtbare Felder, Wasserflächen oder Engstellen im Gelände? Diese natürlichen Ressourcen bestimmen später, wo du Holzfäller, Ackerland und Produktionsgebäude setzt. Anders als in manchen Strategie-Spielen kannst du Gebäude diagonal platzieren, was dir sehr viel Freiheit bei der Gestaltung deiner Siedlung gibt und dich nicht an ein stures Raster bindet.
Der Aufbau der Grundversorgung ist der allererste Schritt. Deine ersten Bewohner – die Liberti – benötigen nur sehr grundlegende Güter, aber damit sie produktiv sind, müssen sie arbeiten und versorgt werden. Bevor Wohnhäuser gebaut werden, muss die Nahrungsproduktion stehen. Dadurch wird sichergestellt, dass deine Bewohner nicht hungern und stetig wachsen. Zu Anfang funktioniert das am besten mit einfachen Ketten wie Ackerproduktion, bei der du genügend Felder und Küchen planst, um kontinuierlich Essen zu produzieren.
Ebenso wichtig sind Straßenverbindungen. Anders als man oft in Aufbauspielen denkt, funktioniert der Waren- und Versorgungsfluss nicht automatisch über freie Flächen: Jede Produktionsstätte, jedes Wohnhaus und jedes Versorgungsgut muss über ein Straßennetz mit deinem Kontor und den Lagern verbunden sein. Ohne ordentliche Straßenverbindung werden Waren nicht transportiert, selbst wenn eigentlich genug produziert worden wäre. Achte also von Anfang an darauf, dass zwischen allen Gebäuden und deinem Kontor Wege bestehen, damit der Warenkreislauf nicht unterbrochen wird.
Da Lagerhäuser im Spiel miteinander verknüpft sind, greift jedes Lager auf den gleichen Warenbestand zu. Das bedeutet, dass du nicht für jede einzelne Produktionskette ein eigenes Lager brauchst, sondern effektiv deine Produktionsgebäude so nahe wie möglich zum Kontor/Lagerpark platzieren solltest. So bleibt deine Produktion effizient und du vermeidest, dass Waren irgendwo “stecken bleiben”.
Wenn die grundlegende Versorgung steht, geht es an die Versorgung der Bevölkerung mit weiteren Bedürfnissen wie Kleidung und Komfortgütern. Je mehr Bedürfnisse befriedigt werden, desto schneller wächst deine Bevölkerung und desto mehr Einkommen bekommst du durch Steuern. Gleichzeitig erhöht sich dadurch aber auch der Bedarf an Gütern, was deine Produktionsketten komplexer macht – ein Kreislauf, der vielen Anfängern am Anfang Probleme bereitet, weil sie zu schnell expandieren. Baue erst das, was du wirklich brauchst, und vergrößere dein Straßennetz und Infrastruktur in kleinen Schritten.
Parallel lohnt es sich, früh Wissen und Forschung voranzutreiben. Die Forschung erhöht deine Produktions- und Lagereffizienz und schaltet neue Gebäude sowie Technologien frei, die später große Vorteile bringen. Besonders am Anfang sollte dein Fokus auf wirtschaftlichen und bürgerlichen Forschungspfaden liegen, die die Produktion verbessern oder die Zufriedenheit der Bevölkerung steigern, bevor du militärische Technologien erforschst.
Eine weitere sehr wichtige, aber oft übersehene Mechanik ist der sogenannte „Area-of-Effect”-Bonus: Viele Gebäude geben positive oder negative Einflüsse an ihre Umgebung ab. Zum Beispiel erhöhen bestimmte Produktionsgebäude oder kulturelle Gebäude wie Tavernen die Produktivität oder Zufriedenheit der Bewohner, wenn sie in Reichweite von Wohnhäusern stehen. Gleichzeitig können einige Industriegebäude negative Effekte auf die Lebensqualität haben, wenn sie zu nahe an Wohngebieten gebaut werden. Das gute Platzieren dieser Gebäude kann deine Effizienz und Einnahmen erheblich steigern und sollte Teil deiner langfristigen Stadtplanung sein.
Schließlich ist Balance das Schlüsselwort in der Anfangsphase. Zu viele Produktionsgebäude ohne ausreichende Nachfrage oder zu schnelles Bevölkerungswachstum ohne eine funktionierende Versorgung ziehen deine Kasse schnell in den negativen Bereich. Anno 117 fordert dich genau hier heraus: Du musst Wachstum kontrolliert angehen, Straßen und Lager richtig verknüpfen, die Bedürfnisse der Bevölkerung bedienen und neue Technologien langsam erschließen. Sobald du diese Balance stabil hast, hast du die Anfangsphase erfolgreich abgeschlossen und bist bereit für komplexere Herausforderungen in den nächsten Spielphasen.
Tipp: Folge ebenfalls den Anweisungen des Spiel. Kombiniert mit diesen Tipps wird dein Dorf bald zur Stadt!